Wo beginnt Untreue?

Untreue/Treue, Monogamie und Fremdgehen sind noch immer Nummer-Eins-Themen innerhalb unterschiedlichster Arten von Beziehungen. Eine der großen Fragen dabei, auf die es nur individuelle Antworten geben kann, lautet:


"Wo beginnt Untreue?"


Beginnt Fremdgehen bei einer Anmeldung auf Tinder, von der der Partner/die Partnerin nichts weiß? Beginnt es bei einem Flirt an einer Bar? Bei einem Kuss? Bei Sex? Ist Sex, der in mir keine außergewöhnlichen Emotionen auslöst, ein Betrug? Oder ist es eher der Arbeitskollege, auf den ich mich jeden Tag mehr freue, und dessen Lächeln ein warmes Gefühl in mir verursacht? Es ist wie bei allem: Nicht die Situation, nicht die Sache, nicht die Begegnung ist es, die bestimmte Gefühle in uns auslöst, sondern unsere persönliche Bewertung, unsere Haltung dazu.


Der Hund ist für den einen der beste Freund, für den anderen Grund zur Panik - es kann also nicht am Hund liegen.


Für die einen ist es kein Problem, wenn der Partner oder die Partnerin einen anderen küsst - für die anderen wäre es ein Grund, die Beziehung zu beenden.

Es kann also nicht der Kuss sein, der ein Gefühl von Betrug in uns auslöst - wenn wir doch auf ein und dieselbe Handlung unterschiedlich reagieren.

Aber wie kann es sein, dass wir uns nicht einmal innerhalb unserer Beziehungen wirklich einig sind darüber, wo Betrug nun beginnt?


Wie kommt es, dass nur die wenigsten von uns sich zu Beginn ihrer Beziehung hinsetzen und einen Abend lang ausführlich darüber sprechen, welche Situationen sich gut anfühlen würden und welche nicht?

Wie kommt es, dass wir nicht regelmäßig Gespräche darüber führen, ob sich vielleicht mit der Zeit die Liste solcher Situationen ändert, ob sich unsere Haltung zu manchen Dingen ändert - so wie sich auch jede unserer Beziehungen mit der Zeit ändert?


Könntest du zu 100% sagen, was für deinen Partner schon Betrug wäre? Oder für dich?


Wie kommt es, das wir uns bei jedem Arbeitsvertrag mehr Zeit dafür nehmen, jedes Detail zu klären, aber in unseren Beziehungen davon ausgehen, dass die Grenze von Treue zu Untreue "schon irgendwie klar" ist?

Wenn wir davon ausgehen, dass es nicht der Hund ist, der ein Gefühl in uns auslöst - dass es nicht Handlung unseres Gegenübers selbst sein kann, die "schlecht" ist, sondern wie wir darüber denken... dann muss es möglich sein, an bestimmten Kriterien festzumachen, was für uns Betrug ist und was nicht.


Kannst du diese Frage ausführlich beantworten?

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